Das große Reich der Skalpell-Künstler

Über die Arbeit der Schriftsetzer bei einer Tageszeitung

"Kommt für die Zeitung von morgen noch irgendetwas?“ „Können wir die Eigenanzeige auch in rot statt in blau mitnehmen?“ Wenn die Schriftsetzer diese Fragen stellen, ist eine Zeitung eigentlich fast fertig. Doch nur fast; denn auf den Seiten, die aus dem Belichter kommen, fehlen noch die Bilder und die Anzeigen. Diese müssen mit einem Spezialwachs auf die Satzfahne geklebt werden. Die Elemente, die farbig sein müssen- beispielsweise Linien und Kästen werden auf einer Folie über die Schwarz/weiß-Form gelegt. Millimetergenau, damit die' rote Linie nach dem Druck auch dort liegt, wo sie hingehört. Doch jede Farbform wird so behandelt wie eine schwarz/weiße. Letztendlich sorgt die Farbwahl in der Druckerei für die eigentliche Farbigkeit. So kann einer Linie in der Setzerei noch nicht angesehen werden, ob sie in blau oder rot gedruckt wird. Eine kurze Notiz am Rand der Seite gibt dem Drucker die Farbe an, die er später einzubauen hat.

Geschicklichkeit im Umgang mit dem Skalpell, dem superscharfen Setzermesser, ist die wichtigste Voraussetzung. Aber auch der Blick für Symetrie und Aufbau einer Seite oder Anzeige ist unverzichtbar.

Früher kam der Text auf unendlich langen Papierfahnen aus dem Fotosatzgerät. Diese mussten beim sogenannten Klebeumbruch, erst zu einer Seite montiert werden. Seit 1987 liegt die Hauptausgabe der Metteure bei der Anzeigengestaltung und -montage. Die Setzer bekommen lediglich die Rohform und die Einzelteile aus der Arbeitsvorbereitung auf den Leuchttisch und müssen sie dann - falls gewünscht – noch mit Emblemen, Logos und Farbe verschönern. Dann werden die Anzeigen unter einzelnen Rubriken sortiert und die Seiten nach Vorgabe der Disposition und Kundenwunsch zusammengebaut.

Zunächst müssen, die belichteten Anzeigen millimetergenau mit dem Skalpell ausgeschnitten werden. Ein kleiner Schnitt in den Rand wäre später sichtbar. Zur Not muss in einem solchen Fall der Rand neu übergeklebt werden. Apropos kleben: Alle Anzeigen, Bilder, Rasterflächen sowie alle Arten von Köpfen müssen auf Stand aufgeklebt werden. Das Spezialwachs gewährleistet aber, dass alles beliebig oft wieder abgenommen und verschoben werden kann.

Beim „Bauen“ einer Seite kleben sich die Metteure alle Anzeigen der Übersichtlichkeit halber auf ihren Leuchttisch, sortiert nach Spaltenbreite und teilweise auch Rubrik. Wenn keine mehr fehlt, beginnt der Umbruch. Damit alles übersichtlich bleibt, bekommt jede Rubrik einen Kopf. Freiflächen werden mit Füllern (Brot für die Welt, Tipps der Kripo) ausgefüllt. In größere Zwischenräume zwischen Anzeigen werden Linien geklebt. Wenn alles steht, wird die Seite mit einer Spezialmaschine zur Herstellung der Druckplatte „abfotografiert“.

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